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Was sind Trichome bei Cannabis? Funktion und Bedeutung erklärt

Trichome sind mikroskopisch kleine Strukturen auf der Oberfläche der Cannabispflanze. Besonders die glandulären Trichome der weiblichen Blüten produzieren und speichern ein harzartiges Sekret, das reich an Cannabinoiden und Terpenen sein kann.

Unter Vergrößerung sehen viele dieser Trichome wie kleine durchsichtige Pilze aus:

Stiel → Drüsenkopf → Harz

Sie sind damit einer der wichtigsten Orte für die Bildung charakteristischer Cannabis-Inhaltsstoffe.

Dazu gehören beziehungsweise entstehen dort unter anderem Vorstufen von:

  • THC
  • CBD
  • CBG
  • CBC

Außerdem enthalten die Harzdrüsen zahlreiche Terpene.

Die häufig sichtbare „frostige“ oder „kristallartige“ Schicht auf Cannabisblüten besteht deshalb nicht einfach aus THC-Kristallen.

Es handelt sich überwiegend um zahlreiche Trichome.

Was sind Trichome?

Der Begriff Trichom stammt aus der Botanik.

Trichome sind haarähnliche Strukturen, die sich auf der Oberfläche von Pflanzen befinden können.

Sie kommen nicht nur bei Cannabis vor.

Auch zahlreiche andere Pflanzen besitzen Trichome.

Je nach Pflanzenart können sie unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Produktion pflanzlicher Sekrete
  • Schutz vor Fraßfeinden
  • Schutz vor Umweltstress
  • Beeinflussung der Pflanzenoberfläche
  • Speicherung sekundärer Pflanzenstoffe

Bei Cannabis sind insbesondere die sogenannten glandulären Trichome interessant.

„Glandulär“ bedeutet:

drüsenartig beziehungsweise sekretbildend.

Diese Strukturen produzieren ein Harz, in dem zahlreiche charakteristische Inhaltsstoffe der Cannabispflanze vorkommen.

Aufbau der Cannabispflanze

Was ist der Unterschied zwischen Trichomen und Drüsenhaaren?

Im Zusammenhang mit Cannabis werden die Begriffe:

  • Trichome
  • Drüsenhaare
  • Harzdrüsen

häufig weitgehend synonym verwendet.

Botanisch ist Trichom allerdings der übergeordnete Begriff.

Nicht jedes Trichom ist automatisch eine Harzdrüse.

Man kann vereinfacht unterscheiden zwischen:

Glandulären Trichomen

Diese besitzen sekretbildende Zellen.

Sie sind für die Produktion und Speicherung zahlreicher:

  • Cannabinoide
  • Terpene
  • weiterer sekundärer Pflanzenstoffe

besonders relevant.

Nicht glandulären Trichomen

Diese besitzen keine vergleichbare sekretproduzierende Drüse.

Sie können andere Funktionen erfüllen, beispielsweise mechanischen Schutz.

Wenn im Cannabisbereich allgemein von den sichtbaren „Trichomen“ auf einer Blüte gesprochen wird, sind meistens die glandulären Harzdrüsen gemeint.

Wo befinden sich Trichome bei Cannabis?

Trichome können auf verschiedenen oberirdischen Teilen der Cannabispflanze auftreten.

Besonders viele glanduläre Trichome befinden sich jedoch im Bereich der:

  • weiblichen Blüten
  • Brakteen
  • blütennahen kleinen Blätter

Diese Bereiche können deshalb besonders reich an Cannabinoiden und Terpenen sein.

Große Fächerblätter können ebenfalls Trichome besitzen.

Die Dichte ist dort jedoch normalerweise deutlich geringer als auf den harzreichen Blütenstrukturen.

Auch an:

  • Stängeln
  • Blattstielen
  • weiteren oberirdischen Pflanzenteilen

können verschiedene Trichomtypen auftreten.

Nicht jeder Teil der Cannabispflanze besitzt also dieselbe Trichomdichte.

Warum haben weibliche Cannabisblüten besonders viele Trichome?

Weibliche Cannabisblüten besitzen eine besonders hohe Dichte glandulärer Trichome.

Diese Strukturen produzieren und speichern große Mengen verschiedener sekundärer Pflanzenstoffe.

Dazu gehören insbesondere:

  • Cannabinoide
  • Monoterpene
  • Sesquiterpene

Dadurch spielt die weibliche Blüte eine besonders wichtige Rolle für die chemische Zusammensetzung vieler Cannabisprodukte.

Das erklärt auch, weshalb Cannabisblüten typischerweise deutlich cannabinoidreicher sind als beispielsweise:

  • große Fächerblätter
  • Stängel
  • Wurzeln
  • Samen

Was ist Cannabis?

Welche Arten von Trichomen gibt es bei Cannabis?

Bei Cannabis werden mehrere unterschiedliche Trichomtypen beschrieben.

Für Cannabinoide und Terpene sind insbesondere drei glanduläre Formen relevant:

  1. Bulbous Trichome
  2. Capitate-Sessile-Trichome
  3. Capitate-Stalked-Trichome

Sie unterscheiden sich unter anderem in:

  • Größe
  • Aufbau
  • Entwicklungsstadium
  • Position auf der Pflanze
  • Stoffproduktion

Was sind Bulbous Trichome?

Bulbous Trichome sind besonders kleine glanduläre Trichome.

Sie besitzen nur eine geringe Größe und sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen.

Sie können auf verschiedenen oberirdischen Bereichen der Pflanze vorkommen.

Im Vergleich zu größeren Trichomtypen besitzen sie einen relativ kleinen sekretorischen Bereich.

Für die gesamte Cannabinoidproduktion einer reifen weiblichen Cannabisblüte spielen sie daher eine kleinere Rolle als die großen gestielten Trichome.

Was sind Capitate-Sessile-Trichome?

Capitate-Sessile-Trichome besitzen einen deutlich sichtbaren Drüsenkopf, sitzen jedoch relativ dicht auf der Pflanzenoberfläche.

„Sessile“ bedeutet sinngemäß:

sitzend.

Sie besitzen also keinen langen ausgeprägten Stiel wie die später beschriebenen gestielten Trichome.

Capitate-Sessile-Trichome können beispielsweise auf:

  • Blättern
  • jungen Blütenstrukturen

vorkommen.

Sie besitzen sekretorische Zellen, die verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe produzieren können.

Was sind Capitate-Stalked-Trichome?

Capitate-Stalked-Trichome gehören zu den auffälligsten und für die Cannabisforschung wichtigsten Trichomtypen.

Sie bestehen vereinfacht aus:

  • einer Basis
  • einem Stiel
  • sekretorischen Zellen
  • einem Drüsenkopf
  • einer darüberliegenden Harzkammer beziehungsweise Sekretkammer

Unter starker Vergrößerung entsteht dadurch die typische Form eines:

kleinen Pilzes

Diese gestielten Trichome kommen besonders häufig auf reifen weiblichen Blüten vor.

Sie können große Mengen sekundärer Pflanzenstoffe produzieren und speichern.

Deshalb werden sie teilweise als regelrechte:

„metabolische Fabriken“

der Cannabispflanze beschrieben.

Wie ist ein Cannabis-Trichom aufgebaut?

Der genaue Aufbau hängt vom Trichomtyp ab.

Bei einem gestielten glandulären Trichom kann man vereinfacht mehrere Bereiche unterscheiden.

Basis

Die Basis verbindet das Trichom mit dem Pflanzengewebe.

Stiel

Der Stiel hebt den Drüsenkopf von der Pflanzenoberfläche ab.

Sekretorische Zellen

Im Kopfbereich befinden sich spezialisierte Zellen, in denen verschiedene Stoffwechselprozesse stattfinden.

Hier werden wichtige Ausgangsstoffe für:

  • Cannabinoide
  • Terpene

gebildet beziehungsweise weiterverarbeitet.

Sekretkammer

Zwischen den sekretorischen Zellen und der äußeren Cuticula kann sich eine Kammer bilden.

Dort sammelt sich das von den Drüsenzellen produzierte Harz.

Dieses Harz enthält eine komplexe Mischung verschiedener Pflanzenstoffe.

Was befindet sich im Harz der Trichome?

Das Harz glandulärer Cannabis-Trichome enthält zahlreiche chemische Verbindungen.

Besonders bekannt sind:

Cannabinoide

Dazu gehören vor allem cannabinoide Säureformen wie:

  • THCA
  • CBDA
  • CBGA
  • CBCA

Diese können unter entsprechenden Bedingungen in neutrale Cannabinoide übergehen.

Beispielsweise:

THCA → THC

CBDA → CBD

CBGA → CBG

CBCA → CBC

Was sind Phytocannabinoide?

Terpene

Auch zahlreiche aromatische Terpene werden in den glandulären Trichomen produziert beziehungsweise gespeichert.

Beispiele sind:

  • Myrcen
  • Limonen
  • Pinen
  • Linalool
  • Caryophyllen

Terpene tragen wesentlich zum charakteristischen:

  • Geruch
  • Aroma

verschiedener Cannabisblüten bei.

Entsteht THC direkt in den Trichomen?

Die Cannabispflanze produziert zunächst vor allem die saure Vorstufe THCA.

Ein zentraler Stoff innerhalb der Cannabinoid-Biosynthese ist:

CBGA – Cannabigerolsäure

Aus CBGA können über verschiedene Enzyme unter anderem entstehen:

CBGA → THCA

CBGA → CBDA

CBGA → CBCA

THCA kann anschließend durch Decarboxylierung in THC übergehen.

Vereinfacht:

THCA → THC

Wärme kann diesen Prozess deutlich beschleunigen.

Deshalb ist die Aussage:

„Die Pflanze produziert einfach fertiges THC in den Trichomen“

nur teilweise richtig.

Ein erheblicher Anteil liegt zunächst als THCA vor.

Was ist THC?

Entsteht CBD in Trichomen?

Auch CBD steht in direktem Zusammenhang mit der Cannabinoid-Biosynthese der glandulären Trichome.

Die Pflanze bildet zunächst vor allem:

CBDA – Cannabidiolsäure

Vereinfacht:

CBGA → CBDA → CBD

Durch Decarboxylierung kann aus CBDA Cannabidiol entstehen.

Auch hier gilt:

Frisches Pflanzenmaterial und erhitztes beziehungsweise verarbeitetes Material besitzen nicht zwangsläufig dieselbe chemische Zusammensetzung.

Was ist CBD?

Welche Rolle spielt CBGA?

CBGA ist eine besonders wichtige Verbindung innerhalb der Cannabinoid-Biosynthese.

Der vollständige Name lautet:

Cannabigerolsäure

CBGA kann als Ausgangspunkt für mehrere wichtige Cannabinoidsäuren dienen.

Dazu gehören:

  • THCA
  • CBDA
  • CBCA

Vereinfacht:

CBGA

THCA / CBDA / CBCA

Deshalb wird CBGA populärwissenschaftlich gelegentlich als:

„Mutter-Cannabinoid“

bezeichnet.

Präziser ist:

CBGA ist eine zentrale biosynthetische Vorstufe mehrerer wichtiger Phytocannabinoide.

Produzieren Trichome auch Terpene?

Ja.

Glanduläre Cannabis-Trichome produzieren nicht nur Cannabinoide.

Sie sind auch wichtige Orte der Terpenbiosynthese.

Terpene gehören zu den Stoffen, die wesentlich zum Aroma verschiedener Cannabisblüten beitragen.

Beispielsweise kann der Geruch:

  • zitrusartig
  • erdig
  • würzig
  • floral
  • harzig
  • kiefernartig

wirken.

Das jeweilige Terpenprofil hängt unter anderem von der Genetik der Pflanze ab.

Cannabinoide und Terpene sind dabei zwei unterschiedliche Stoffgruppen.

Sind Trichome die „Kristalle“ auf Cannabis?

Ja und nein.

Was mit bloßem Auge auf Cannabisblüten häufig wie:

  • Kristalle
  • Zucker
  • Frost
  • Glitzer

aussieht, sind überwiegend zahlreiche Trichome.

Sie reflektieren Licht und können deshalb kristallartig erscheinen.

Ein Trichom ist jedoch kein THC-Kristall.

Es handelt sich um eine komplexe biologische Struktur mit:

  • Pflanzenzellen
  • Cuticula
  • Sekretkammer
  • verschiedenen Stoffwechselprodukten

Im Harz befinden sich zudem nicht nur THC beziehungsweise THCA, sondern zahlreiche weitere Verbindungen.

Sind mehr Trichome automatisch mehr THC?

Nicht zwingend.

Eine hohe Trichomdichte kann grundsätzlich mit einer hohen Menge harzproduzierender Strukturen zusammenhängen.

Aber daraus folgt nicht automatisch:

mehr sichtbare Trichome = immer höherer THC-Gehalt

Denn entscheidend ist auch, welche Stoffe die einzelnen Trichome produzieren.

Eine CBD-dominante Pflanze kann beispielsweise ebenfalls stark mit Trichomen bedeckt sein.

Das chemische Profil wird wesentlich von der Genetik bestimmt.

Eine Pflanze kann daher viele Trichome besitzen und trotzdem überwiegend:

  • CBDA
  • CBD

statt großer Mengen THCA beziehungsweise THC produzieren.

Für eine zuverlässige Bestimmung des Cannabinoidgehalts ist deshalb eine Laboranalyse notwendig.

Kann man den THC-Gehalt an Trichomen erkennen?

Nein.

Die sichtbare Menge oder Farbe der Trichome erlaubt keine zuverlässige Bestimmung eines konkreten THC-Prozentwertes.

Mit bloßem Auge lässt sich nicht erkennen, ob eine Blüte beispielsweise:

  • 10 % THC
  • 18 % THC
  • 25 % THC

enthält.

Dafür ist eine chemische Analyse erforderlich.

Auch eine besonders „frostige“ Blüte besitzt nicht automatisch den höchsten THC-Gehalt.

Das Aussehen kann Hinweise auf eine hohe Harzdichte geben, ersetzt aber keine Laboranalyse.

Warum verändern Trichome ihr Aussehen?

Trichome können sich während der Entwicklung einer Cannabisblüte verändern.

Dabei können sich beispielsweise verändern:

  • Größe
  • Form
  • Stiellänge
  • Sekretmenge
  • optische Eigenschaften

Besonders gestielte glanduläre Trichome entwickeln sich während der Blüte weiter.

Auch die chemische Zusammensetzung des Harzes verändert sich im Laufe der Pflanzenentwicklung.

Deshalb ist ein Trichom keine statische Struktur.

Warum erscheinen Trichome klar, milchig oder bernsteinfarben?

Unter Vergrößerung werden Cannabis-Trichome häufig als:

  • klar
  • milchig
  • trüb
  • bernsteinfarben

beschrieben.

Diese optischen Veränderungen hängen mit Entwicklungs- und Alterungsprozessen innerhalb des Trichomkopfes und seines Sekrets zusammen.

Die Farbe kann daher Hinweise darauf geben, dass sich die Struktur beziehungsweise Zusammensetzung verändert.

Problematisch ist jedoch die verbreitete Vereinfachung:

„Klare Trichome = exakt X % THC“

„Milchige Trichome = maximaler THC-Wert“

„Bernstein = exakt bestimmte Wirkung“

Solche Aussagen sind wissenschaftlich zu präzise formuliert.

Die Farbe eines Trichoms ist kein Laborwert.

Werden Trichome mit der Zeit abgebaut?

Ja.

Trichome und ihre Inhaltsstoffe bleiben nicht unbegrenzt unverändert.

Einfluss haben unter anderem:

  • Licht
  • Sauerstoff
  • Wärme
  • mechanische Belastung
  • Zeit

Auch Cannabinoide können sich verändern.

Ein bekanntes Beispiel ist THC.

Durch oxidative Alterungsprozesse kann unter anderem CBN entstehen.

Vereinfacht:

THC → Alterung/Oxidation → unter anderem CBN

Was ist CBN?

Können Trichome abbrechen?

Ja.

Besonders die größeren gestielten Trichome sind mechanische Pflanzenstrukturen.

Durch:

  • Berührung
  • Reibung
  • Transport
  • Verarbeitung

können sie beschädigt oder abgelöst werden.

Das ist einer der Gründe, warum sich an Oberflächen oder Verpackungen von Cannabisprodukten harzreiche Partikel sammeln können.

Abgetrennte Trichome spielen auch bei verschiedenen Cannabisprodukten eine Rolle.

Was ist Kief?

Kief bezeichnet im Cannabisbereich eine Ansammlung überwiegend abgelöster harzreicher Trichomstrukturen beziehungsweise Trichomköpfe und feiner Pflanzenbestandteile.

Es kann beispielsweise beim mechanischen Umgang mit getrockneten Cannabisblüten entstehen.

Da die Trichome cannabinoidreich sein können, kann Kief im Verhältnis zum gesamten Pflanzenmaterial eine höhere Cannabinoidkonzentration besitzen.

Kief sollte jedoch nicht als:

„reines THC“

bezeichnet werden.

Es enthält eine Mischung aus:

  • Trichommaterial
  • Cannabinoiden
  • Terpenen
  • weiteren Pflanzenstoffen

Was haben Trichome mit Haschisch zu tun?

Haschisch steht unmittelbar mit den harzreichen Trichomen der Cannabispflanze in Verbindung.

Vereinfacht wird bei der Herstellung versucht, harzreiche Bestandteile der Pflanze zu:

  • lösen
  • sammeln
  • konzentrieren
  • anschließend weiterzuverarbeiten

Dadurch besteht Haschisch zu einem großen Anteil aus Material, das ursprünglich aus den glandulären Trichomen stammt.

Das erklärt, weshalb Haschisch deutlich anders aufgebaut ist als eine vollständige getrocknete Cannabisblüte.

Sind Trichome klebrig?

Das von glandulären Trichomen produzierte Harz kann eine klebrige Konsistenz besitzen.

Dadurch können Cannabisblüten:

  • klebrig
  • harzig
  • leicht haftend

wirken.

Diese Eigenschaft stammt nicht ausschließlich von einem einzelnen Cannabinoid.

Das Harz enthält eine komplexe Mischung verschiedener Stoffe.

Welche Funktion haben Trichome für die Pflanze?

Trichome existieren nicht, damit Menschen Cannabinoide gewinnen können.

Sie sind biologische Strukturen der Pflanze.

Bei Pflanzen allgemein können Trichome unterschiedliche Schutz- und Regulationsfunktionen übernehmen.

Bei Cannabis werden unter anderem mögliche Funktionen diskutiert im Zusammenhang mit:

  • Fraßschutz
  • Insekten
  • UV-Strahlung
  • Umweltstress
  • Krankheitserregern
  • physikalischem Schutz der Pflanzenoberfläche

Die genaue Funktion der einzelnen Cannabis-Trichomtypen ist jedoch komplex.

Nicht jede verbreitete Erklärung ist gleich gut wissenschaftlich belegt.

Schützen Cannabinoide die Cannabispflanze?

Es wird untersucht, welche Rolle cannabinoidreiche Sekrete für die Pflanze selbst spielen.

Diskutiert werden unter anderem mögliche Schutzfunktionen gegenüber:

  • UV-Strahlung
  • Fraßfeinden
  • Mikroorganismen
  • Umweltstress

Dabei sollte jedoch vermieden werden, jedem Cannabinoid eine einzelne feste Schutzfunktion zuzuschreiben.

Die Evolution und Biologie pflanzlicher Sekundärstoffe ist komplex.

Haben männliche Cannabispflanzen Trichome?

Ja.

Auch männliche Cannabispflanzen können Trichome und geringe Mengen verschiedener Cannabinoide besitzen.

Die Dichte glandulärer Trichome ist allerdings insbesondere auf den Blütenstrukturen weiblicher Pflanzen deutlich höher.

Deshalb stehen weibliche Blüten bei der Untersuchung cannabinoidreicher Cannabisstrukturen im Mittelpunkt.

Haben Cannabisblätter Trichome?

Ja.

Besonders blütennahe kleine Blätter können viele glanduläre Trichome besitzen.

Diese werden im Cannabisbereich häufig:

Sugar Leaves

genannt.

Große Fächerblätter besitzen normalerweise deutlich weniger harzproduzierende Trichome.

Das bedeutet:

Cannabisblatt ist nicht gleich Cannabisblatt.

Die Position innerhalb der Pflanze beeinflusst die Trichomdichte erheblich.

Haben Hanfsamen Trichome?

Nein.

Hanfsamen besitzen keine cannabinoidproduzierenden glandulären Trichome.

Cannabinoide sind daher keine natürlichen typischen Bestandteile des Sameninneren.

Werden bei Hanfsamenprodukten dennoch Cannabinoide nachgewiesen, können beispielsweise:

  • Harz
  • Blütenstaub
  • andere Pflanzenteile

während Ernte oder Verarbeitung auf die Samen gelangt sein.

Warum sind Trichome für Cannabis so wichtig?

Trichome verbinden mehrere zentrale Themen rund um die Cannabispflanze.

Über sie lässt sich verstehen:

  • wo Cannabinoide gebildet werden
  • wo Terpene entstehen
  • warum Blüten besonders harzreich sind
  • warum einzelne Pflanzenteile unterschiedliche Cannabinoidgehalte besitzen
  • weshalb Haschisch cannabinoidreicher sein kann als Ausgangsmaterial
  • warum sichtbare „Kristalle“ nicht einfach THC sind

Sie bilden damit eine wichtige Schnittstelle zwischen:

Botanik → Pflanzenchemie → Cannabinoiden → Cannabisprodukten

Trichome bei Cannabis: Das Wichtigste zusammengefasst

Trichome sind mikroskopische Strukturen auf der Oberfläche der Cannabispflanze. Besonders glanduläre Trichome weiblicher Blüten produzieren und speichern cannabinoid- und terpenreiches Harz.

Die wichtigsten Fakten:

  • Trichome sind Pflanzenstrukturen.
  • Nicht alle Trichome sind Drüsenhaare.
  • Für Cannabinoide sind besonders glanduläre Trichome relevant.
  • Cannabis besitzt verschiedene Trichomtypen.
  • Dazu gehören bulböse, sitzende und gestielte glanduläre Trichome.
  • Besonders wichtig sind Capitate-Stalked-Trichome.
  • Sie besitzen einen Stiel und einen sekretorischen Kopf.
  • Das Harz enthält zahlreiche Cannabinoide und Terpene.
  • In der Pflanze liegen viele Cannabinoide zunächst als Säureformen vor.
  • Dazu gehören THCA, CBDA, CBGA und CBCA.
  • Besonders viele Trichome befinden sich auf weiblichen Blütenstrukturen.
  • Blütennahe Sugar Leaves können ebenfalls stark mit Trichomen bedeckt sein.
  • Große Fächerblätter besitzen normalerweise deutlich weniger Drüsenhaare.
  • Die sichtbaren „Kristalle“ auf Cannabis sind überwiegend Trichome.
  • Ein Trichom ist kein THC-Kristall.
  • Viele sichtbare Trichome bedeuten nicht automatisch einen bestimmten THC-Gehalt.
  • Der THC-Prozentwert lässt sich nicht zuverlässig am Aussehen der Trichome bestimmen.
  • Trichome können sich während Entwicklung und Alterung optisch verändern.
  • Licht, Sauerstoff, Wärme und Zeit können auch ihre Inhaltsstoffe verändern.
  • Kief besteht überwiegend aus abgelösten harzreichen Trichomstrukturen und feinen Pflanzenbestandteilen.
  • Auch Haschisch steht unmittelbar mit dem Harz der Trichome in Verbindung.

Trichome gehören damit zu den wichtigsten spezialisierten Strukturen der Cannabispflanze.

Sie erklären, warum gerade die Blüten so reich an Cannabinoiden und Terpenen sein können.

Häufige Fragen zu Cannabis-Trichomen

Was sind Trichome einfach erklärt?

Trichome sind kleine Strukturen auf der Oberfläche von Pflanzen. Bei Cannabis produzieren bestimmte glanduläre Trichome ein Harz, das unter anderem Cannabinoide und Terpene enthält.

Wo befinden sich die meisten Trichome bei Cannabis?

Eine besonders hohe Dichte glandulärer Trichome befindet sich auf den weiblichen Blüten beziehungsweise ihren Brakteen und blütennahen kleinen Blättern.

Sind Trichome THC?

Nein. Ein Trichom ist eine Pflanzenstruktur. Im Harz eines Trichoms können unter anderem THCA beziehungsweise THC sowie zahlreiche weitere Cannabinoide und Terpene vorkommen.

Sind die weißen Kristalle auf Cannabis Trichome?

Was mit bloßem Auge wie eine frostige oder kristallartige Schicht aussieht, besteht überwiegend aus zahlreichen Trichomen.

Kann man THC an den Trichomen erkennen?

Nein. Aus Aussehen und Menge der sichtbaren Trichome lässt sich kein zuverlässiger THC-Prozentwert bestimmen. Dafür ist eine chemische Laboranalyse notwendig.

Warum sind Trichome klebrig?

Glanduläre Trichome produzieren ein harzartiges Sekret, das verschiedene Cannabinoide, Terpene und weitere Pflanzenstoffe enthält.

Welche Trichome gibt es bei Cannabis?

Zu den bekannten glandulären Typen gehören Bulbous-, Capitate-Sessile- und Capitate-Stalked-Trichome.

Welche Trichome produzieren besonders viele Cannabinoide?

Besonders die großen gestielten Capitate-Stalked-Trichome auf weiblichen Blüten gelten als wichtige Orte der Cannabinoid- und Terpenproduktion.

Produzieren Trichome CBD?

In glandulären Trichomen wird unter anderem CBDA gebildet. Durch Decarboxylierung kann daraus CBD entstehen.

Produzieren Trichome THC?

In glandulären Trichomen wird insbesondere THCA gebildet. Durch Decarboxylierung kann daraus THC entstehen.

Was ist der Unterschied zwischen Trichomen und Pistillen?

Trichome sind Oberflächenstrukturen beziehungsweise Drüsenhaare. Die sichtbaren haarähnlichen Stigmen einer weiblichen Cannabisblüte gehören dagegen zum Fortpflanzungsorgan.

Was ist Kief?

Kief ist eine Ansammlung überwiegend abgelöster harzreicher Trichome beziehungsweise Trichomteile und feiner Pflanzenbestandteile.

Haben männliche Cannabispflanzen Trichome?

Ja. Die hohe Dichte cannabinoidreicher glandulärer Trichome ist jedoch besonders für weibliche Blütenstände charakteristisch.

Quellen & weiterführende Informationen

Cannabis Glandular Trichomes: A Cellular Metabolite Factory
Wissenschaftliche Übersicht zu Aufbau, Entwicklung und Stoffproduktion glandulärer Cannabis-Trichome.

Cannabis sativa: origin and history, glandular trichome development, and cannabinoid biosynthesis
Review zu Trichomentwicklung und der Biosynthese von Cannabinoiden.

Hinweis

Dieser Artikel dient der botanischen und wissenschaftlichen Information über Cannabis-Trichome. Aussagen zu Wirkung und gesundheitlichen Risiken einzelner Cannabinoide werden in den jeweiligen Fachartikeln separat eingeordnet.