Der Lebenszyklus der Cannabispflanze lässt sich vereinfacht in Keimung, Jugend- und Wachstumsphase, Blüte beziehungsweise Fortpflanzung und schließlich Reife sowie Alterung einteilen. Cannabis ist natürlicherweise eine einjährige Pflanze und durchläuft seinen vollständigen Entwicklungszyklus normalerweise innerhalb einer Vegetationsperiode.
Während dieses Lebenszyklus verändert sich die Pflanze deutlich.
Das betrifft unter anderem:
- Wurzeln
- Blätter
- Wuchsform
- Blüten
- Trichome
- Cannabinoidprofil
- Fortpflanzungsorgane
Die einzelnen Entwicklungsphasen gehen dabei fließend ineinander über.
Wie verläuft der Lebenszyklus der Cannabispflanze?
Der Lebenszyklus der Cannabispflanze kann vereinfacht in folgende Phasen unterteilt werden:
- Keimung und Auflaufen
- Sämlings- beziehungsweise Jugendphase
- vegetative Wachstumsphase
- Übergang zur Fortpflanzungsphase
- Blüte
- Bestäubung und Samenentwicklung – sofern eine Befruchtung stattfindet
- Reife und Seneszenz
Diese Unterteilung ist eine Vereinfachung.
In der Botanik können Entwicklungsstadien noch wesentlich genauer beschrieben werden.
Außerdem unterscheiden sich einzelne Cannabisgenetiken deutlich darin, wann und wie schnell bestimmte Entwicklungsphasen beginnen.
Ist Cannabis eine einjährige Pflanze?
Ja.
Cannabis sativa L. wird botanisch als einjährige Pflanze beschrieben.
Das bedeutet:
Unter natürlichen Bedingungen durchläuft die Pflanze typischerweise innerhalb eines Jahres ihren vollständigen Zyklus von:
Samen → Pflanze → Blüte → Fortpflanzung → Alterung
Nach Abschluss der Fortpflanzungsphase altert die Pflanze zunehmend und stirbt schließlich ab.
Damit unterscheidet sich Cannabis beispielsweise von mehrjährigen Pflanzen, die mehrere Jahre hintereinander neue Wachstums- und Blütephasen durchlaufen können.
Phase 1: Die Keimung
Der Lebenszyklus beginnt mit einem keimfähigen Cannabissamen.
Damit die Keimung beginnen kann, nimmt der Samen Wasser auf.
Dieser Vorgang wird:
Imbibition
genannt.
Durch die Wasseraufnahme werden verschiedene Stoffwechselprozesse innerhalb des Samens aktiviert.
Der Embryo beginnt sich weiterzuentwickeln.
Als erstes tritt normalerweise die:
Keimwurzel – Radicula
aus dem Samen aus.
Sie bildet die Grundlage des späteren Wurzelsystems.
Anschließend bewegt sich der junge Spross in Richtung Oberfläche.
Was passiert im Cannabissamen bei der Keimung?
Ein Cannabissamen enthält bereits einen kleinen Pflanzenembryo.
Zu seinen Bestandteilen gehören unter anderem:
- embryonale Wurzel
- embryonaler Spross
- Keimblätter
- gespeicherte Nährstoffe
- Samenschale
Während der frühen Keimung ist die junge Pflanze zunächst auf die im Samen gespeicherten Reserven angewiesen.
Erst mit der Entfaltung der grünen Pflanzenteile übernimmt die Photosynthese zunehmend die Energieversorgung.
Was sind Keimblätter?
Nach dem Auflaufen werden die sogenannten:
Kotyledonen beziehungsweise Keimblätter
sichtbar.
Sie sehen noch nicht wie die bekannten fingerförmigen Cannabisblätter aus.
Die Keimblätter gehören bereits zum Embryo im Samen.
Sie erfüllen in der frühen Entwicklung wichtige Aufgaben bei der Versorgung der jungen Pflanze.
Zwischen ihnen beginnt anschließend das Wachstum der ersten echten Laubblätter.
Phase 2: Die Sämlingsphase
Nach der Keimung beginnt die Sämlingsphase.
Die junge Cannabispflanze entwickelt nun zunehmend:
- Wurzeln
- Stamm
- erste echte Blätter
- neue Wachstumspunkte
Die ersten echten Cannabisblätter sehen häufig noch deutlich einfacher aus als die Blätter einer ausgewachsenen Pflanze.
Mit zunehmender Entwicklung steigt die Komplexität der Blattstruktur.
Junge Pflanzen können zunächst einteilige Blätter bilden.
Später entstehen typischerweise Blätter mit mehreren Blattfingern.
Warum sehen junge Cannabisblätter anders aus?
Das typische Cannabisblatt entsteht nicht sofort nach der Keimung in seiner endgültigen Form.
Während der Jugendentwicklung verändert sich die sogenannte:
Blattmorphologie
Die ersten echten Blätter besitzen häufig nur wenige Blattfinger.
Mit weiteren Knoten können komplexere handförmig zusammengesetzte Blätter entstehen.
Die genaue Blattzahl ist jedoch keine feste Uhr, an der sich das Alter einer Pflanze exakt ablesen lässt.
Genetik und Umwelt beeinflussen die Blattentwicklung.
Was bedeutet Jugendphase bei Cannabis?
Die Jugendphase bezeichnet einen Entwicklungsabschnitt, in dem die Pflanze zwar wächst, aber noch nicht vollständig fortpflanzungsreif ist.
Während dieser Phase entwickelt sie:
- zusätzliche Knoten
- größere Blätter
- Seitentriebe
- ein umfangreicheres Wurzelsystem
- einen kräftigeren Stamm
Im Inneren der Pflanze laufen gleichzeitig hormonelle und genetische Entwicklungsprozesse ab.
Erst nach einer bestimmten inneren Reife kann die Pflanze in die reproduktive Entwicklung übergehen.
Phase 3: Die vegetative Wachstumsphase
Nach der frühen Jugendphase gewinnt das vegetative Wachstum zunehmend an Bedeutung.
„Vegetativ“ bedeutet:
Wachstum von Pflanzenorganen, die nicht unmittelbar der sexuellen Fortpflanzung dienen.
Dazu gehören unter anderem:
- Wurzeln
- Stamm
- Seitentriebe
- Blätter
Die Pflanze baut nun einen immer größeren oberirdischen und unterirdischen Pflanzenkörper auf.
Was passiert während des vegetativen Wachstums?
Während dieser Phase findet intensives Wachstum statt.
Die Pflanze bildet weitere:
- Knoten
- Internodien
- Blätter
- Seitentriebe
- Wurzeln
Der Stamm wird stabiler.
Die Blattfläche nimmt zu.
Dadurch steigt gleichzeitig die Fähigkeit der Pflanze zur Photosynthese.
Die Architektur der späteren Pflanze entsteht zu einem großen Teil während dieser Entwicklungsphase.
Was sind Knoten und Internodien?
Ein Knoten ist die Stelle am Stamm beziehungsweise Trieb, an der beispielsweise:
- Blätter
- Seitentriebe
- spätere Blütenstrukturen
entstehen können.
Der Abschnitt zwischen zwei Knoten heißt:
Internodium
Vereinfacht:
Knoten → Internodium → Knoten
Während des Wachstums entstehen immer neue Knoten.
Dadurch verlängert sich die Pflanze und entwickelt ihre typische verzweigte Architektur.
Wie verändert sich die Blattstellung?
Bei jungen Cannabispflanzen können Blätter zunächst paarweise beziehungsweise gegenüberliegend erscheinen.
Mit fortschreitender Entwicklung kann sich die Blattstellung verändern.
Der botanische Begriff dafür lautet:
Phyllotaxis beziehungsweise Phyllotaxie
Mit dem Übergang zur fortpflanzungsfähigen Pflanze kann zunehmend eine wechselständige Blattstellung auftreten.
Solche morphologischen Veränderungen gehören zu den Zeichen dafür, dass die Pflanze ihre Jugendphase verlässt.
Wann ist eine Cannabispflanze erwachsen?
Eine eindeutige einzelne Grenze gibt es nicht.
Die Entwicklungsreife einer Pflanze lässt sich nicht einfach anhand von:
- Größe
- Alter
- Blattzahl
allein bestimmen.
Mit zunehmender Reife können jedoch erste:
solitäre Blüten beziehungsweise Vorblüten
im Bereich der Knoten entstehen.
Damit zeigt die Pflanze, dass sie reproduktionsfähig geworden ist.
Phase 4: Übergang zur Fortpflanzungsphase
Der Übergang von vegetativem Wachstum zur reproduktiven Entwicklung ist ein zentraler Abschnitt im Lebenszyklus der Cannabispflanze.
Die Pflanze beginnt nun zunehmend Blütenstrukturen auszubilden.
Dieser Prozess wird durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren reguliert.
Dazu gehören:
- Genetik
- Pflanzenalter
- innere Hormonsignale
- Tageslänge
- Umweltbedingungen
Besonders wichtig ist bei vielen Cannabisgenetiken die sogenannte:
Photoperiode
Was bedeutet Photoperiode?
Die Photoperiode beschreibt das Verhältnis von:
heller Tagesphase
zu:
Dunkelphase
innerhalb eines Tages.
Viele Pflanzen nutzen die Tageslänge als biologisches Signal für die Jahreszeit.
Auch bei Cannabis spielt sie eine wichtige Rolle für die Blütenentwicklung.
Cannabis wird häufig als:
quantitative Kurztagpflanze
bezeichnet.
Das bedeutet vereinfacht:
Bei vielen Genetiken wird die Entwicklung ausgeprägter Blütenstände durch kürzer werdende Tage beziehungsweise längere ununterbrochene Dunkelphasen begünstigt.
Die genaue Reaktion unterscheidet sich jedoch zwischen verschiedenen genetischen Linien.
Blüht Cannabis nur bei kurzen Tagen?
Nein, so einfach ist es nicht.
Die Aussage:
„Cannabis kann ausschließlich bei exakt einer bestimmten Tageslänge blühen“
wäre wissenschaftlich falsch.
Cannabis zeigt erhebliche genetische Unterschiede in seiner Reaktion auf Tageslänge.
Einige Linien reagieren sehr deutlich auf Veränderungen der Photoperiode.
Andere beginnen bereits unter vergleichsweise langen Tagen mit der reproduktiven Entwicklung.
Zusätzlich existieren sogenannte:
tagneutrale beziehungsweise Autoflowering-Genetiken
bei denen das Pflanzenalter einen stärkeren Einfluss auf den Blütebeginn besitzt.
Was sind Autoflowering-Cannabispflanzen?
Der Begriff Autoflowering beschreibt Cannabisgenetiken, deren Blüte weniger stark von einer Veränderung der Tageslänge abhängig ist.
Stattdessen spielt die:
entwicklungs- beziehungsweise altersabhängige Blütenregulation
eine größere Rolle.
In der Forschung werden genetische Faktoren untersucht, die diese Eigenschaft beeinflussen.
Ein bekannter Forschungsbereich betrifft dabei unter anderem das:
Autoflower1-Gen
Die populäre Unterscheidung:
Photoperiodisch = reagiert auf Tageslänge
Autoflower = blüht nach Alter
ist als Grundprinzip hilfreich.
Die tatsächliche genetische Regulation ist jedoch komplexer.
Was sind Vorblüten?
Während der fortschreitenden Entwicklung können an den Knoten einzelne Blütenstrukturen sichtbar werden.
Im Cannabisbereich werden diese häufig als:
Vorblüten beziehungsweise Preflowers
bezeichnet.
Sie können anzeigen, dass die Pflanze die reproduktive Reife erreicht.
Bei weiblichen Pflanzen können unter anderem erste:
Stigmen
sichtbar werden.
Bei männlichen Pflanzen entstehen dagegen pollenproduzierende Blütenanlagen.
Männliche und weibliche Cannabispflanzen
Phase 5: Die Blütephase
Während der Blütephase verlagert sich die Entwicklung zunehmend in Richtung Fortpflanzung.
Bei weiblichen Pflanzen entstehen immer komplexere Blütenstände.
Bei männlichen Pflanzen entwickeln sich pollenproduzierende Blüten.
Die Wuchsform der Pflanze verändert sich dabei deutlich.
Statt vor allem neue vegetative Pflanzenmasse aufzubauen, investiert sie zunehmend Ressourcen in:
- Blüten
- Fortpflanzungsorgane
- sekundäre Pflanzenstoffe
- gegebenenfalls Samen
Wie entsteht eine weibliche Cannabisblüte?
Eine sogenannte Cannabisblüte beziehungsweise ein „Bud“ besteht botanisch nicht aus einer einzigen großen Blüte.
Vielmehr handelt es sich um einen komplexen:
Blütenstand
Dieser besteht aus zahlreichen einzelnen Strukturen.
Dazu gehören unter anderem:
- weibliche Einzelblüten
- Brakteen
- Stigmen
- kleine blütennahe Blätter
- Trichome
Mit fortschreitender Entwicklung werden diese Strukturen dichter und bilden die typische Erscheinungsform einer weiblichen Cannabisblüte.
Was passiert mit den Trichomen während der Blüte?
Während der Entwicklung weiblicher Blüten nimmt die Bedeutung glandulärer Trichome deutlich zu.
Besonders auf den:
- Brakteen
- blütennahen kleinen Blättern
entwickelt sich eine hohe Trichomdichte.
Diese Drüsenhaare produzieren und speichern ein Harz, das unter anderem enthält:
- Cannabinoide
- Terpene
- weitere sekundäre Pflanzenstoffe
Während der Blütenentwicklung verändern sich:
- Anzahl
- Größe
- Struktur
- chemische Zusammensetzung
der Trichome.
Was sind Trichome bei Cannabis?
Wann entstehen Cannabinoide?
Cannabinoide werden nicht erst ganz am Ende des Pflanzenlebens plötzlich gebildet.
Ihre Biosynthese findet während der Entwicklung in glandulären Trichomen statt.
Besonders mit der Entwicklung weiblicher Blütenstände nimmt jedoch die Menge cannabinoidreicher Drüsen stark zu.
Eine wichtige Ausgangsverbindung ist:
CBGA – Cannabigerolsäure
Aus ihr können unter anderem entstehen:
- THCA
- CBDA
- CBCA
Diese sauren Cannabinoidformen können später in ihre neutralen Formen übergehen.
Beispielsweise:
THCA → THC
CBDA → CBD
Verändert sich das Cannabinoidprofil während des Lebenszyklus?
Ja.
Die chemische Zusammensetzung einer Cannabispflanze ist während ihres gesamten Lebens nicht konstant.
Sie verändert sich abhängig von:
- Entwicklungsstadium
- Genetik
- Pflanzenteil
- Umwelt
- Alterungsprozessen
Auch innerhalb einer einzelnen Blüte kann sich die Zusammensetzung während der Reifung weiter verändern.
Deshalb besitzt eine junge Pflanze nicht dasselbe Cannabinoidprofil wie eine reife weibliche Blüte.
Phase 6: Bestäubung und Befruchtung
Wenn eine weibliche Blüte Pollen erhält, kann eine Befruchtung stattfinden.
Cannabis wird überwiegend durch:
Windbestäubung
bestäubt.
Männliche Pflanzen produzieren leichte Pollen.
Diese können durch Luftbewegung auf die Stigmen weiblicher Blüten gelangen.
Vereinfacht:
männliche Pflanze → Pollen → weibliche Blüte → Befruchtung
Was passiert nach der Befruchtung?
Nach erfolgreicher Befruchtung beginnt sich innerhalb der weiblichen Blüte ein Samen zu entwickeln.
Damit verändert sich die biologische Priorität der Pflanze.
Sie investiert zunehmend Ressourcen in:
- Samenentwicklung
- Samenreifung
- erfolgreiche Fortpflanzung
Der Samen enthält anschließend eine neue genetische Kombination der Elternpflanzen.
Männliche und weibliche Cannabispflanzen
Was passiert ohne Bestäubung?
Wird eine weibliche Cannabisblüte nicht bestäubt, entstehen keine beziehungsweise kaum Samen.
Solche samenlosen weiblichen Blüten werden häufig:
Sinsemilla
genannt.
Der Begriff stammt aus dem Spanischen und bedeutet sinngemäß:
ohne Samen
Unbestäubte weibliche Blüten können weiterhin große Mengen glandulärer Trichome entwickeln.
Ihre biologische Entwicklung unterscheidet sich damit von einer Pflanze, die bereits Ressourcen in zahlreiche reifende Samen investiert.
Phase 7: Reife und Seneszenz
Am Ende des natürlichen Lebenszyklus tritt Cannabis in die:
Seneszenz
ein.
Seneszenz bedeutet:
biologisch gesteuerter Alterungsprozess
Dabei verändert sich der Stoffwechsel der Pflanze zunehmend.
Ältere Blätter können:
- ihre Farbe verändern
- Chlorophyll verlieren
- absterben
Nährstoffe werden innerhalb der Pflanze umverteilt.
Das Wachstum verlangsamt sich zunehmend.
Warum werden Cannabisblätter am Ende des Lebenszyklus gelb?
Eine mögliche Ursache ist der natürliche Abbau von:
Chlorophyll
Dieses Pigment sorgt wesentlich für die grüne Farbe der Blätter und ist an der Photosynthese beteiligt.
Während der Seneszenz kann Chlorophyll abgebaut werden.
Dadurch werden andere vorhandene Pflanzenpigmente stärker sichtbar.
Blätter können beispielsweise:
- gelb
- orange
- rötlich
- braun
erscheinen.
Eine Farbveränderung ist jedoch nicht ausschließlich ein Zeichen natürlicher Reife.
Auch andere Faktoren können Blattverfärbungen verursachen.
Was passiert mit der Photosynthese während der Alterung?
Mit zunehmender Seneszenz sinkt die Photosyntheseleistung.
Ältere Blätter verlieren nach und nach ihre Funktion.
Die Pflanze verlagert Ressourcen zunehmend aus bestimmten Geweben.
Dieser Prozess gehört bei einer einjährigen Pflanze zum normalen Abschluss des Lebenszyklus.
Stirbt eine Cannabispflanze nach der Blüte?
Unter natürlichen Bedingungen endet der Lebenszyklus einer Cannabispflanze nach:
- Blüte
- Fortpflanzung
- Samenreife
- Seneszenz
typischerweise mit dem Absterben der Pflanze.
Cannabis ist damit keine mehrjährige Pflanze, die jedes Jahr erneut aus demselben natürlichen Pflanzenkörper austreibt.
Wie lange dauert der Lebenszyklus einer Cannabispflanze?
Es gibt keine einheitliche Dauer, die für jede Cannabispflanze gilt.
Der Entwicklungszeitraum hängt stark ab von:
- Genetik
- geographischer Herkunft
- Tageslänge
- Temperatur
- Umwelt
- Entwicklungsbedingungen
- photoperiodischer Empfindlichkeit
Einige Genetiken entwickeln sich deutlich schneller als andere.
Deshalb sind pauschale Aussagen wie:
„Jede Cannabispflanze braucht exakt X Wochen“
botanisch nicht sinnvoll.
Welche Rolle spielt die Genetik?
Die Genetik beeinflusst nahezu jede Phase des Lebenszyklus.
Dazu gehören unter anderem:
- Keimverhalten
- Wuchsgeschwindigkeit
- Pflanzenhöhe
- Verzweigung
- Zeitpunkt der Blütenentwicklung
- Reaktion auf Tageslänge
- Blütenarchitektur
- Cannabinoidprofil
- Terpenprofil
- Zeitpunkt der Seneszenz
Zwei Cannabispflanzen können deshalb selbst unter ähnlichen Umweltbedingungen deutlich unterschiedliche Entwicklungsverläufe zeigen.
Welche Rolle spielt die Umwelt?
Neben der Genetik beeinflusst auch die Umwelt die Pflanzenentwicklung.
Relevante Faktoren sind unter anderem:
- Licht
- Temperatur
- Wasser
- Nährstoffverfügbarkeit
- Luftfeuchtigkeit
- Stress
- Standort
Dabei gilt:
Genetik bestimmt das mögliche Entwicklungsspektrum – die Umwelt beeinflusst, wie dieses Potenzial tatsächlich ausgeprägt wird.
In der Pflanzenbiologie wird dieses Zusammenspiel häufig als:
Genotyp × Umwelt
beschrieben.
Verändert sich die Cannabispflanze ihr ganzes Leben lang?
Ja.
Cannabis zeigt während seines Lebenszyklus starke Veränderungen.
Eine junge Pflanze unterscheidet sich von einer reifen Pflanze unter anderem hinsichtlich:
- Blattstruktur
- Blattstellung
- Pflanzenhöhe
- Verzweigung
- Blütenbildung
- Trichomdichte
- Cannabinoidprofil
- Fortpflanzungsfähigkeit
Die Cannabispflanze sollte deshalb nicht als statisches Objekt betrachtet werden.
Sie verändert ihre Struktur und Chemie kontinuierlich während ihrer Entwicklung.
Lebenszyklus der Cannabispflanze: Das Wichtigste zusammengefasst
Cannabis ist eine einjährige Blütenpflanze, deren Lebenszyklus von der Keimung über Wachstum und Blüte bis zur Reife und natürlichen Alterung reicht.
Die wichtigsten Punkte:
- Der Lebenszyklus beginnt mit einem keimfähigen Samen.
- Bei der Keimung tritt zunächst die Keimwurzel aus.
- Anschließend werden die Keimblätter sichtbar.
- Junge Cannabisblätter sehen zunächst einfacher aus als Blätter älterer Pflanzen.
- Während der vegetativen Entwicklung entstehen Wurzeln, Stamm, Blätter und Seitentriebe.
- Mit zunehmendem Alter erreicht die Pflanze ihre reproduktive Reife.
- Erste Blütenstrukturen können an den Knoten sichtbar werden.
- Viele Cannabisgenetiken reagieren bei der Blütenentwicklung auf die Tageslänge.
- Cannabis gilt überwiegend als quantitative Kurztagpflanze.
- Die Reaktion auf Photoperiode unterscheidet sich je nach Genetik.
- Autoflowering-Genetiken sind weniger stark von der Tageslänge abhängig.
- Weibliche und männliche Pflanzen bilden unterschiedliche Blütentypen.
- Weibliche Blüten entwickeln besonders viele glanduläre Trichome.
- In den Trichomen werden Cannabinoide und Terpene produziert beziehungsweise gespeichert.
- Das Cannabinoidprofil verändert sich während der Pflanzenentwicklung.
- Nach Bestäubung können weibliche Pflanzen Samen entwickeln.
- Ohne Bestäubung entstehen samenlose weibliche Blüten.
- Am Ende des Lebenszyklus beginnt die Seneszenz.
- Cannabis stirbt als einjährige Pflanze nach Abschluss seines natürlichen Entwicklungszyklus ab.
- Die genaue Dauer des Lebenszyklus hängt stark von Genetik und Umwelt ab.
Der Lebenszyklus der Cannabispflanze zeigt damit, dass sich Cannabis von der Keimung bis zur reifen Blüte sowohl äußerlich als auch chemisch kontinuierlich verändert.
Häufige Fragen zum Lebenszyklus der Cannabispflanze
Welche Phasen hat eine Cannabispflanze?
Vereinfacht durchläuft Cannabis Keimung, Sämlings- und Jugendphase, vegetatives Wachstum, Fortpflanzungsentwicklung, Blüte, gegebenenfalls Samenbildung und schließlich Seneszenz.
Ist Cannabis eine einjährige Pflanze?
Ja. Cannabis wird botanisch als einjährige Pflanze beschrieben und schließt seinen natürlichen Lebenszyklus normalerweise innerhalb einer Vegetationsperiode ab.
Was passiert zuerst bei der Keimung?
Zunächst nimmt der Samen Wasser auf. Anschließend tritt typischerweise die embryonale Keimwurzel aus der Samenschale aus.
Was sind Keimblätter?
Keimblätter beziehungsweise Kotyledonen gehören bereits zum Embryo im Samen. Sie unterstützen die junge Pflanze während ihrer frühen Entwicklung.
Wann beginnt Cannabis zu blühen?
Der Blütebeginn hängt von Genetik, Entwicklungsreife und Umwelt ab. Bei vielen Cannabisgenetiken spielt insbesondere die Tageslänge eine wichtige Rolle.
Ist Cannabis eine Kurztagpflanze?
Viele Cannabisgenetiken werden als quantitative Kurztagpflanzen eingeordnet. Die Empfindlichkeit gegenüber der Tageslänge unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen verschiedenen Linien.
Was bedeutet Autoflowering?
Autoflowering bezeichnet Cannabisgenetiken, deren Blütenentwicklung stärker altersabhängig und weniger strikt von einer Veränderung der Tageslänge abhängig ist.
Wann entstehen Trichome?
Glanduläre Trichome entwickeln sich auf verschiedenen oberirdischen Pflanzenteilen. Besonders stark nimmt ihre Dichte während der Entwicklung weiblicher Blütenstände zu.
Wann entstehen Cannabinoide?
Cannabinoide werden während der Pflanzenentwicklung in Verbindung mit glandulären Trichomen gebildet. Besonders hohe Konzentrationen finden sich typischerweise in reifen weiblichen Blüten.
Was passiert nach der Bestäubung?
Nach erfolgreicher Befruchtung entwickelt die weibliche Pflanze Samen und investiert zunehmend Ressourcen in die Fortpflanzung.
Was bedeutet Seneszenz?
Seneszenz bezeichnet den natürlichen Alterungsprozess einer Pflanze. Dabei verändern sich Stoffwechsel, Photosynthese und Blattpigmente zunehmend.
Stirbt Cannabis nach der Blüte?
Als einjährige Pflanze beendet Cannabis seinen natürlichen Lebenszyklus nach Fortpflanzung und Seneszenz schließlich mit dem Absterben der Pflanze.
Quellen & weiterführende Informationen
Comparative genomics of flowering behavior in Cannabis sativa
Wissenschaftliche Übersicht zur genetischen Regulation der Blütenentwicklung und Photoperiodenabhängigkeit bei Cannabis.
Morphological Characterization of Cannabis sativa L. Throughout Its Complete Life Cycle
Untersuchung der morphologischen Veränderungen von der Jugendphase über Blütenentwicklung und Trichombildung bis zur Seneszenz.
Hinweis
Dieser Artikel dient der botanischen und wissenschaftlichen Information über den Lebenszyklus der Cannabispflanze. Er stellt keine Anleitung zum Anbau oder zur Herstellung von Cannabisprodukten dar.