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Männliche und weibliche Cannabispflanzen: Unterschiede einfach erklärt

Männliche und weibliche Cannabispflanzen unterscheiden sich vor allem durch ihre Blüten und ihre Funktion bei der Fortpflanzung. Männliche Pflanzen produzieren Pollen, während weibliche Pflanzen Blüten mit Narben – den sogenannten Stigmen – bilden und nach erfolgreicher Bestäubung Samen entwickeln können.

Cannabis ist überwiegend eine zweihäusige Pflanze.

Das bedeutet:

Männliche und weibliche Blüten entstehen typischerweise auf unterschiedlichen Pflanzen.

Daneben gibt es allerdings auch Cannabisformen, die männliche und weibliche Blütenmerkmale auf derselben Pflanze entwickeln können.

Gibt es männliche und weibliche Cannabispflanzen?

Ja.

Cannabis sativa L. ist überwiegend:

diözisch beziehungsweise zweihäusig.

Bei zweihäusigen Pflanzen befinden sich die männlichen und weiblichen Fortpflanzungsorgane normalerweise auf unterschiedlichen Individuen.

Vereinfacht:

Männliche Pflanze → produziert Pollen

Weibliche Pflanze → bildet weibliche Blüten und kann nach Befruchtung Samen entwickeln

Dieses Fortpflanzungssystem kommt auch bei anderen Pflanzenarten vor.

Cannabis besitzt jedoch eine vergleichsweise ausgeprägte sexuelle Plastizität.

Das bedeutet, dass neben klar männlichen und weiblichen Pflanzen auch andere Formen der Geschlechtsausprägung vorkommen können.

Was ist Cannabis?

Was bedeutet männlich und weiblich bei Cannabis?

Die Begriffe beziehen sich auf die Fortpflanzungsorgane der Pflanze.

Männliche Cannabispflanze

Eine männliche Pflanze bildet sogenannte:

staminate Blüten

Diese produzieren Pollen.

Der Pollen enthält die männlichen Keimzellen der Pflanze.

Weibliche Cannabispflanze

Eine weibliche Pflanze bildet:

pistillate Blüten

Diese besitzen weibliche Fortpflanzungsstrukturen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Fruchtknoten
  • Griffel
  • Narben beziehungsweise Stigmen

Die Stigmen können Pollen aufnehmen.

Nach erfolgreicher Befruchtung kann sich anschließend ein Samen entwickeln.

Wie erkennt man eine männliche Cannabispflanze?

Männliche Pflanzen erkennt man zuverlässig an ihren männlichen Blütenstrukturen.

Diese entwickeln sich typischerweise zu kleinen, zunächst geschlossenen Blüten.

Im Cannabisbereich werden sie häufig vereinfacht:

Pollensäcke

genannt.

Mit zunehmender Reife öffnen sich die männlichen Blüten.

Im Inneren befinden sich Staubblätter beziehungsweise:

Stamina

Diese produzieren und verbreiten Pollen.

Typische Merkmale männlicher Blüten sind:

  • keine deutlich herausragenden Stigmen
  • mehrere kleine Blüten an verzweigten Blütenständen
  • Staubblätter zur Pollenproduktion
  • vergleichsweise lockere Blütenstände

Botanisch betrachtet handelt es sich nicht einfach um einzelne „Säckchen“, sondern um vollständige männliche Blüten.

Wie sehen männliche Cannabisblüten aus?

Eine typische männliche Cannabisblüte besitzt unter anderem:

  • eine Blütenhülle
  • fünf Staubblätter
  • Staubbeutel mit Pollen

Bei der Reife öffnen sich die Blüten.

Die Staubblätter werden sichtbar und können große Mengen Pollen freisetzen.

Die männlichen Blüten stehen häufig an lockereren, stärker verzweigten Blütenständen.

Dadurch kann der Pollen leichter in die Umgebung gelangen.

Wie erkennt man eine weibliche Cannabispflanze?

Weibliche Cannabispflanzen erkennt man an ihren weiblichen Blüten.

Besonders auffällig sind häufig zwei haarähnliche Strukturen.

Diese werden:

Stigmen beziehungsweise Narben

genannt.

Sie können zunächst:

  • weißlich
  • cremefarben
  • hell

erscheinen und sich während der Entwicklung verändern.

Im Cannabisbereich werden sie umgangssprachlich häufig als:

  • Härchen
  • Pistillen
  • Pistils

bezeichnet.

Botanisch präziser ist jedoch:

Die sichtbaren „Härchen“ sind die Stigmen der weiblichen Blüte.

Was sind die weißen Härchen an Cannabis?

Die bekannten weißen beziehungsweise hellen „Härchen“ an weiblichen Cannabisblüten sind:

Stigmen

Sie gehören zum weiblichen Fortpflanzungsorgan.

Ihre Funktion besteht darin, Pollen aufzunehmen.

Ein einzelnes weibliches Blütenorgan besitzt typischerweise zwei deutlich sichtbare Stigmen.

Sie dürfen nicht mit:

Trichomen

verwechselt werden.

Trichome sind Drüsen- beziehungsweise Pflanzenhaare auf der Oberfläche.

Stigmen gehören dagegen zur Fortpflanzungsstruktur.

Was sind Trichome bei Cannabis?

Trichome und Stigmen: Was ist der Unterschied?

Diese beiden Strukturen werden häufig verwechselt.

TrichomeStigmen
mikroskopische PflanzenstrukturenTeil der weiblichen Blüte
häufig harzproduzierenddienen der Pollenaufnahme
können Cannabinoide und Terpene produzierenproduzieren keine cannabinoidreichen Harzköpfe
wirken oft kristallartigwirken wie längere feine Härchen
auf verschiedenen Pflanzenoberflächenan weiblichen Blüten

Kurz gesagt:

Trichome → Pflanzenchemie und Harz

Stigmen → Fortpflanzung

Was sind Brakteen bei weiblichen Cannabispflanzen?

Ein weiterer wichtiger Bestandteil weiblicher Cannabisblüten sind:

Brakteen

beziehungsweise:

Deckblätter

Sie umgeben beziehungsweise begleiten die eigentlichen Blütenstrukturen.

Gerade die Brakteen weiblicher Cannabisblüten können sehr dicht mit glandulären Trichomen bedeckt sein.

Dadurch gehören sie zu den besonders cannabinoidreichen Bereichen der Pflanze.

Das erklärt einen wesentlichen Teil der hohen Harzproduktion weiblicher Blütenstände.

Aufbau der Cannabispflanze

Was ist der „Calyx“ bei Cannabis?

Im Cannabisbereich wird häufig vom:

Calyx beziehungsweise Kelch

gesprochen.

Dabei wird der Begriff häufig ungenau verwendet.

Strukturen, die im kommerziellen Bereich als „Calyx“ bezeichnet werden, sind botanisch teilweise genauer als:

  • Brakteen
  • Blütenhüllen
  • Bestandteile der weiblichen Einzelblüte

einzuordnen.

Für ein allgemeines Verständnis reicht:

Die kompakte Cannabisblüte besteht aus vielen einzelnen botanischen Strukturen und nicht aus einem einzigen „Bud-Organ“.

Was ist der Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Cannabispflanzen?

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

MerkmalMännliche PflanzeWeibliche Pflanze
HauptfunktionPollenproduktionSamenbildung nach Befruchtung
Blütentypstaminate Blütenpistillate Blüten
Pollenproduziert Pollennimmt Pollen auf
StigmenNeinJa
StaubblätterJaNein
Blütenstrukturhäufig lockererhäufig dichter
glanduläre Trichomevorhanden, aber weniger ausgeprägtbesonders hohe Dichte an Blüten
Cannabinoidgehalt der Blütenmeist geringerhäufig deutlich höher
SamenbildungNeinnach Befruchtung möglich

Diese Unterschiede werden besonders während der Blütenentwicklung sichtbar.

Kann man männliche und weibliche Pflanzen an den Blättern erkennen?

Nein, nicht zuverlässig.

Im Internet finden sich zahlreiche Behauptungen wie:

  • männliche Pflanzen hätten immer weniger Blattfinger
  • weibliche Pflanzen hätten breitere Blätter
  • männliche Pflanzen seien grundsätzlich höher
  • weibliche Pflanzen seien grundsätzlich buschiger

Solche Merkmale sind keine zuverlässige Methode zur Geschlechtsbestimmung.

Die äußere Pflanzenform wird von vielen Faktoren beeinflusst:

  • Genetik
  • Alter
  • Licht
  • Nährstoffversorgung
  • Umweltbedingungen
  • Entwicklungsphase

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass männliche und weibliche Jungpflanzen anhand ihrer frühen vegetativen Morphologie nicht zuverlässig unterschieden werden können.

Entscheidend sind die Fortpflanzungsmerkmale beziehungsweise genetische Untersuchungen.

Kann man das Geschlecht an einem Samen erkennen?

Nein.

An der äußeren Form eines normalen Cannabissamens lässt sich nicht zuverlässig erkennen, ob daraus später eine männliche oder weibliche Pflanze entsteht.

Behauptungen wie:

  • runde Samen seien weiblich
  • längliche Samen seien männlich
  • bestimmte Muster auf der Samenschale zeigten das Geschlecht

sind wissenschaftlich nicht belegt.

Das Geschlecht ist nicht anhand der äußeren Samenform erkennbar.

Wann wird das Geschlecht einer Cannabispflanze sichtbar?

Die geschlechtsspezifischen Merkmale werden sichtbar, wenn sich die Pflanze in Richtung reproduktiver Entwicklung bewegt.

Dann entstehen an bestimmten Bereichen der Pflanze die ersten Blütenstrukturen.

Besonders relevant sind die:

Knoten – Nodes

Dort können sich frühe männliche oder weibliche Blütenanlagen entwickeln.

Vor der sichtbaren Blütenbildung lässt sich das Geschlecht allein anhand der normalen vegetativen Pflanzenform nicht zuverlässig bestimmen.

Was sind Vorblüten bei Cannabis?

Im Cannabisbereich wird häufig von:

Vorblüten beziehungsweise Preflowers

gesprochen.

Damit sind frühe Blütenstrukturen gemeint, die sich an den Knoten entwickeln können.

Sie können erste Hinweise auf das Geschlecht der Pflanze liefern.

Bei weiblichen Blütenanlagen können beispielsweise Stigmen sichtbar werden.

Bei männlichen entwickeln sich dagegen Strukturen, aus denen später pollenproduzierende Blüten entstehen.

Botanisch handelt es sich bereits um Bestandteile der reproduktiven Entwicklung.

Haben männliche Pflanzen weniger THC?

Im Allgemeinen besitzen männliche Cannabisblüten deutlich weniger cannabinoidreiche glanduläre Trichome als unbestäubte weibliche Blütenstände.

Daher sind weibliche Blüten für die Produktion cannabinoidreicher Pflanzenprodukte besonders relevant.

Das bedeutet allerdings nicht:

Männliche Cannabispflanzen enthalten überhaupt keine Cannabinoide.

Auch männliche Pflanzen können unter anderem:

  • THC- beziehungsweise THCA-Spuren
  • CBD beziehungsweise CBDA
  • CBG beziehungsweise CBGA
  • weitere Cannabinoide

enthalten.

Die Konzentrationen und Verteilung unterscheiden sich jedoch deutlich zwischen:

  • Pflanzenteilen
  • Geschlechtern
  • Genetiken
  • Entwicklungsphasen

Warum haben weibliche Cannabisblüten mehr Trichome?

Die Oberfläche weiblicher Blütenstände besitzt besonders viele glanduläre Trichome.

Diese sind die wichtigsten Produktions- und Speicherorte für:

  • Cannabinoide
  • Terpene
  • weitere sekundäre Pflanzenstoffe

Besonders dicht können diese Drüsen unter anderem auf den:

Brakteen

weiblicher Blüten vorkommen.

Dadurch entsteht die typische harzige Oberfläche vieler weiblicher Cannabisblüten.

Was sind Trichome bei Cannabis?

Sind männliche Cannabispflanzen nutzlos?

Nein.

Männliche Pflanzen erfüllen biologisch eine entscheidende Funktion:

Sie produzieren Pollen und ermöglichen sexuelle Fortpflanzung.

Damit sind sie unter anderem relevant für:

  • natürliche Fortpflanzung
  • genetische Vielfalt
  • Pflanzenzüchtung
  • Entwicklung neuer Linien

Auch männliche Pflanzen besitzen:

  • Fasern
  • Blätter
  • sekundäre Pflanzenstoffe
  • genetische Merkmale

Ihre Bedeutung hängt deshalb vom jeweiligen Verwendungszweck ab.

Wie wird Cannabis bestäubt?

Cannabis wird hauptsächlich durch:

Windbestäubung

bestäubt.

Männliche Blüten produzieren große Mengen sehr leichter Pollen.

Diese können durch Luftbewegung verbreitet werden.

Erreichen sie die Stigmen einer empfänglichen weiblichen Blüte, kann eine Befruchtung stattfinden.

Vereinfacht:

männliche Blüte

Pollen

Wind

Stigma der weiblichen Blüte

Befruchtung

Samenentwicklung

Cannabis ist damit kein typischer Vertreter einer Pflanze, die zwingend Insekten für die Bestäubung benötigt.

Was passiert nach der Bestäubung?

Nach einer erfolgreichen Befruchtung verändert sich die Funktion der weiblichen Blüte.

Die Pflanze investiert zunehmend Ressourcen in:

Samenentwicklung und Fortpflanzung.

Im Bereich des Fruchtknotens entwickelt sich anschließend ein Samen.

Der reife Cannabissamen enthält einen Embryo, aus dem unter geeigneten Bedingungen eine neue Pflanze entstehen kann.

Die genetische Ausstattung dieses Samens kombiniert Merkmale der beteiligten Elternpflanzen.

Was ist unbestäubtes Cannabis?

Eine weibliche Cannabisblüte kann auch ohne erfolgreiche Bestäubung weiterwachsen.

Im Cannabisbereich wird für unbestäubte weibliche Blüten häufig der Begriff:

Sinsemilla

verwendet.

Das Wort stammt aus dem Spanischen:

sin semilla = ohne Samen

Solche Blüten entwickeln keine beziehungsweise kaum Samen.

Unbestäubte weibliche Blütenstände besitzen typischerweise eine besonders hohe Dichte cannabinoidreicher glandulärer Trichome.

Warum sind weibliche Pflanzen für Cannabinoide besonders relevant?

Für die wissenschaftliche und medizinische Cannabisforschung stehen häufig weibliche Blüten im Mittelpunkt.

Der Grund ist ihre hohe Dichte an glandulären Trichomen.

Diese Strukturen produzieren unter anderem:

  • THCA
  • CBDA
  • CBGA
  • CBCA
  • Terpene

Aus den sauren Cannabinoidformen können später unter anderem entstehen:

  • THC
  • CBD
  • CBG
  • CBC

Damit sind weibliche Blüten besonders relevant für das chemische Profil von Cannabis.

Was sind Phytocannabinoide?

Was bedeutet XX und XY bei Cannabis?

Die Geschlechtsbestimmung von Cannabis besitzt eine genetische Grundlage.

Bei vielen zweihäusigen Cannabisformen existiert ein Geschlechtschromosomensystem.

Vereinfacht:

weibliche Pflanzen → XX

männliche Pflanzen → XY

Damit weist Cannabis gewisse Parallelen zum menschlichen XX-/XY-System auf.

Die zugrunde liegende Pflanzenbiologie ist jedoch nicht identisch mit der menschlichen Geschlechtsentwicklung.

Zusätzlich können:

  • Genregulation
  • Pflanzenhormone
  • Umweltbedingungen

die tatsächliche Ausprägung der Blüten beeinflussen.

Die sichtbare Geschlechtsausprägung ist daher komplexer als eine reine Betrachtung von X- und Y-Chromosomen.

Was sind monoözische Cannabispflanzen?

Neben den typischen zweihäusigen Pflanzen existieren auch:

monoözische beziehungsweise einhäusige Cannabisformen.

Bei einer monoözischen Pflanze können:

  • männliche Blüten
  • weibliche Blüten

auf derselben Pflanze vorkommen.

Dabei können die unterschiedlichen Blüten räumlich voneinander getrennt sein.

Monoözische Formen kommen besonders bei bestimmten Nutzhanfsorten vor.

Sie sind nicht dasselbe wie eine typisch zweihäusige weibliche Pflanze.

Was bedeutet Hermaphroditismus bei Cannabis?

Cannabis kann außerdem Blüten entwickeln, die männliche und weibliche Fortpflanzungsmerkmale kombinieren beziehungsweise Pflanzen hervorbringen, die zusätzlich andersgeschlechtliche Blütenstrukturen ausbilden.

Im Cannabisbereich wird dafür häufig der Begriff:

Hermaphroditismus

beziehungsweise umgangssprachlich:

Zwitter

verwendet.

Die botanische Situation ist allerdings differenziert.

Unterschieden werden können beispielsweise:

  • stabile monoözische Genetiken
  • einzelne gemischtgeschlechtliche Blüten
  • männliche Blüten auf ansonsten weiblichen Pflanzen
  • andere Formen sexueller Plastizität

Diese Phänomene sollten nicht automatisch gleichgesetzt werden.

Warum können sich Geschlechtsmerkmale verändern?

Cannabis besitzt eine bemerkenswerte sexuelle Plastizität.

Die Geschlechtsausprägung wird beeinflusst durch ein Zusammenspiel aus:

  • genetischen Faktoren
  • Pflanzenhormonen
  • Entwicklungsstadium
  • Umweltbedingungen

Besonders die Hormonsysteme rund um:

  • Ethylen
  • Gibberelline

spielen bei der Regulation der Blütenentwicklung eine Rolle.

Moderne Forschung zeigt deshalb:

Das biologische Geschlecht einer Cannabispflanze ist genetisch stark geprägt, die sichtbare sexuelle Ausprägung kann jedoch zusätzlich reguliert werden.

Sind zwittrige und monoözische Pflanzen dasselbe?

Nicht unbedingt.

Diese Begriffe werden im Cannabisbereich häufig vermischt.

Monoözisch

Eine monoözische Pflanze besitzt männliche und weibliche Blüten auf demselben Individuum.

Die Blüten können dabei klar voneinander getrennt sein.

Hermaphroditische Blüte

Eine hermaphroditische beziehungsweise zwittrige Blüte kann männliche und weibliche Fortpflanzungsmerkmale innerhalb derselben Blütenstruktur beziehungsweise desselben Blütenbereichs zeigen.

Die tatsächliche Cannabisbiologie kennt verschiedene Zwischenformen.

Eine präzise Einordnung ist daher besser als die pauschale Bezeichnung:

„Hermie“.

Können weibliche Cannabispflanzen Pollen bilden?

Unter bestimmten Formen sexueller Plastizität können genetisch weibliche Pflanzen männliche Fortpflanzungsstrukturen entwickeln.

Diese können teilweise auch Pollen produzieren.

Damit zeigt Cannabis, dass:

genetisches Geschlecht und sichtbare Blütenausprägung nicht in jeder Situation vollständig identisch sein müssen.

Dieser Bereich ist Gegenstand intensiver genetischer und pflanzenphysiologischer Forschung.

Haben männliche und weibliche Pflanzen unterschiedliche Blätter?

Es können statistische beziehungsweise entwicklungsbedingte Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Pflanzen auftreten.

Diese sind jedoch nicht zuverlässig genug, um das Geschlecht einer einzelnen Jungpflanze anhand der Blätter vorherzusagen.

Form, Größe und Anzahl der Blattfinger hängen stark ab von:

  • Genetik
  • Pflanzenalter
  • Position des Blattes
  • Umwelt
  • Entwicklungsphase

Wer ausschließlich auf die Blattform schaut, kann das Geschlecht deshalb nicht sicher bestimmen.

Sind männliche Pflanzen immer größer?

Nein.

Männliche Pflanzen können bei bestimmten Genetiken beziehungsweise Populationen im Durchschnitt andere Wuchseigenschaften zeigen.

Eine individuelle Pflanze lässt sich daraus jedoch nicht zuverlässig bestimmen.

Auch die Wuchshöhe hängt stark ab von:

  • Genetik
  • Licht
  • Entwicklungsdauer
  • Umwelt
  • Nährstoffversorgung

Die Aussage:

„Große Pflanze = männlich“

ist deshalb falsch.

Männliche und weibliche Cannabispflanzen: Das Wichtigste zusammengefasst

Cannabis ist überwiegend zweihäusig. Das bedeutet, dass männliche und weibliche Blüten normalerweise auf unterschiedlichen Pflanzen entstehen.

Die wichtigsten Fakten:

  • Männliche Pflanzen produzieren Pollen.
  • Weibliche Pflanzen bilden weibliche Blüten.
  • Nach erfolgreicher Befruchtung können weibliche Blüten Samen entwickeln.
  • Die sichtbaren „Härchen“ weiblicher Blüten sind Stigmen.
  • Stigmen dienen der Aufnahme von Pollen.
  • Trichome und Stigmen sind nicht dasselbe.
  • Weibliche Blüten besitzen besonders viele glanduläre Trichome.
  • Deshalb sind weibliche Blüten häufig besonders cannabinoidreich.
  • Männliche Blüten besitzen Staubblätter und produzieren Pollen.
  • Cannabis wird hauptsächlich durch Wind bestäubt.
  • An Samen lässt sich das spätere Pflanzengeschlecht nicht zuverlässig erkennen.
  • Auch Blätter oder Wuchshöhe erlauben keine sichere Geschlechtsbestimmung bei Jungpflanzen.
  • Geschlechtsspezifische Merkmale werden mit der reproduktiven Entwicklung sichtbar.
  • Viele zweihäusige Cannabisformen besitzen ein XX-/XY-Chromosomensystem.
  • Weibliche Pflanzen sind typischerweise XX.
  • Männliche Pflanzen sind typischerweise XY.
  • Zusätzlich gibt es monoözische Cannabisformen.
  • Cannabis kann außerdem gemischtgeschlechtliche Blütenmerkmale entwickeln.
  • Genetik, Hormone und Umwelt beeinflussen die sexuelle Ausprägung.
  • Monoözie und Hermaphroditismus sollten botanisch nicht automatisch gleichgesetzt werden.

Die Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Cannabispflanzen ist damit vor allem eine Frage der Blüten- und Fortpflanzungsbiologie – nicht der Form einzelner Blätter.

Häufige Fragen zu männlichen und weiblichen Cannabispflanzen

Wie erkennt man eine männliche Cannabispflanze?

Männliche Pflanzen entwickeln pollenproduzierende Blüten mit Staubblättern. Im Cannabisbereich werden die jungen männlichen Blüten häufig als Pollensäcke bezeichnet.

Wie erkennt man eine weibliche Cannabispflanze?

Weibliche Cannabisblüten besitzen unter anderem deutlich sichtbare Narben beziehungsweise Stigmen. Diese erscheinen häufig zunächst als feine helle „Härchen“.

Was sind die weißen Härchen bei Cannabis?

Die weißen beziehungsweise hellen haarähnlichen Strukturen sind meist Stigmen. Sie gehören zur weiblichen Blüte und dienen der Aufnahme von Pollen.

Sind die weißen Härchen Trichome?

Nein. Stigmen gehören zum Fortpflanzungsorgan. Trichome sind dagegen kleine Pflanzenstrukturen, die unter anderem cannabinoid- und terpenreiches Harz produzieren können.

Kann man männliche und weibliche Cannabispflanzen an den Blättern erkennen?

Nicht zuverlässig. Blattgröße, Form und Wuchs werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst und erlauben bei Jungpflanzen keine sichere Bestimmung.

Kann man das Geschlecht an einem Cannabissamen erkennen?

Nein. Die äußere Form oder Musterung eines Samens zeigt nicht zuverlässig, ob daraus eine männliche oder weibliche Pflanze entsteht.

Haben männliche Pflanzen THC?

Auch männliche Pflanzen können Cannabinoide enthalten. Die besonders cannabinoidreichen glandulären Trichome kommen jedoch in wesentlich höherer Dichte auf weiblichen Blütenständen vor.

Warum sind weibliche Cannabisblüten klebrig?

Weibliche Blüten besitzen viele glanduläre Trichome. Diese produzieren ein harzartiges Sekret, das unter anderem Cannabinoide und Terpene enthält.

Was passiert, wenn eine weibliche Cannabispflanze bestäubt wird?

Nach erfolgreicher Befruchtung können sich Samen entwickeln. Die weibliche Pflanze investiert dann Ressourcen in die Fortpflanzung und Samenreifung.

Was bedeutet Sinsemilla?

Sinsemilla bedeutet sinngemäß „ohne Samen“ und bezeichnet unbestäubte weibliche Cannabisblüten.

Gibt es Cannabispflanzen mit männlichen und weiblichen Blüten?

Ja. Es gibt unter anderem monoözische Cannabisformen sowie weitere Formen sexueller Plastizität, bei denen männliche und weibliche Merkmale auf derselben Pflanze auftreten können.

Was bedeutet XX und XY bei Cannabis?

Viele zweihäusige Cannabisformen besitzen ein XX-/XY-Geschlechtschromosomensystem. Weibliche Pflanzen sind typischerweise XX und männliche XY.

Quellen & weiterführende Informationen

Hinweis

Dieser Artikel dient der botanischen und wissenschaftlichen Information über die Fortpflanzungsbiologie der Cannabispflanze. Er stellt keine Anleitung zum Anbau oder zur Herstellung von Cannabisprodukten dar.